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BVR II - BVR III 3:1 (2:1)

Ein spezielles Lokalderby

Der leicht angefeuchtete Kunstrasen an der Hegeroad glitzerte in der hohen Sonne Gladbecks wie Hollywoods Schönheiten auf dem roten Teppich. Ein verführerischer Duft fein gewürzter Grillwürste lag in der Luft. Die Zuschauer pilgerten freudetrunken und voller Erwartungen zu ihren Plätzen. Als Coach Thiele frisch eingeflogen vom Ballermann noch pünktlich zur Mannschaft stieß, war es angerichtet: 

Zweite gegen Dritte, Plono gegen Fiffi, Thiele gegen Enste, Bumaye gegen die Mannschaft ohne Spitznamen, Neuauflage des Stadtmeisterschaftsfinals von vor sechs Wochen. 

Der Anpfiff ertönte und es passierte genau nichts. 
Die Anfangsphase so spannend wie eine Dokumentation über die        Fortpflanzungsgewohnheiten von Steinen.
Insgesamt war das Platzderby geprägt von vielen Fehlern, Ungenauigkeiten, Trashtalk, übertriebener Härte und der schlechtesten zweiten Hälfte, die Rentfort II bislang gespielt hat. Aber und jetzt ein ganz großes ABER: Die Tore waren so phänomenal, das hierbei selbst die bereits erwähnten Steine Lust auf Sexy-Time bekamen. 
Dennis „Fiffi“ Wagner eröffnet in Minute 15 für Rentfort 3, in dem er die Defensive der Gastgeber umkurvte, in den Strafraum eindrang und das Leder präziser als der Trump-Attentäter ins Eck legte. 
Nur fünf Minuten später zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Da Schwalben bekanntlich den Sommer eröffnen und nicht beenden, brachte ein leichter Kontakt an der Schulter Alex Koitek zu Fall und Rentfort II wurde ein sehr glücklicher Elfer zugesprochen. 
Im Fall von Rentfort II sind verwandelte Elfmeter tatsächlich Traumtore. Im Finale der Gladbecker Stadtmeisterschaft hielt Rentfort 3 Keeper Martin Kyas alle Elfmeter der Zweitvertretung. Auch im bisherigen Saisonverlauf blieb die Thiele-Truppe vom Punkt erfolglos und die Nachbarstadt Bottrop verbucht einen Spielball mehr auf der Habenseite. 
Aber nicht heute: Plono versuchte sich erneut im Duell mit Kyas und bezwang den Bumaye-Schlussmann.

Knappe vier Minuten später ließ Marvin Jorewitz seine Farben lautstark jubeln.
Eine scharfe, flache Plonowski-Flanke steuerte auf Jorewitz, am 16er wartend, zu und dieser feuerte den Ball volley, halb-volley mit Vollspann und Aussenrist und mit allem was er im rechten Schlappen hatte, flach ins Eck. 
Einige sagen, dass der Ball kurzzeitig gequalmt haben soll. Ok, einige sind nur Coach-Thiele, der noch leichten Ballermann-Nebel auf der Netzhaut hatte. 
Wer das Tor von Thiago im Liverpool Trikot kennt, als der Ball quasi in der Luft ganz zart über der Grasnarbe tanzte, der weiß was für eine grandiose Hütte Marvin erzielt hat. Zumindest im Kreisliga Style.

Den Schlusspunkt setzte erneut Plonowski. Nach dem Treffer aus 11 Metern wohl etwas übermütig geworden, fragte er kurz beim Trainer nach, ob er einen Freistoß aus 38 Metern direkt aufs Tor schießen soll, er würde das schaffen. Aufgrund der Klasse des gegnerischen Keepers, verneinte Thiele dies jedoch. 
Kurze Zeit später erneut Freistoß für Rentfort II, aus lächerlichen 35 Metern. Plono fragte glücklicherweise nicht wieder beim Trainer nach, entschied (mal wieder) selber und setzte die Kugel über den Keeper hinweg an die Unterkante der Latte und zum 3:1 hinein in die Maschen. 
Beflügelt vom 3:1, entschied Rentfort 3 Libero Schlichting in der Schlussminute einen Freistoß aus ebenfalls über 30 Metern direkt im Tor zu verwandeln und hätte dies auch geschafft, wenn nicht Torwart Lars Brylak das Geschoss aus dem Winkel gekratzt hätte. Die nächste Besetzung von Catwoman ist damit auch geklärt. 
So sehr wir uns über den verdienten Sieg freuen, umso trauriger sind wir über die Nachricht, die uns kurz nach Schlusspfiff aus dem Krankenhaus erreichte. Paul Wingartz, der Roberto Carlos von Rentforts Zwoten vermeldete auf Krücken einen Verdacht auf Wadenbeinbruch. 
Gute Besserung Paul und komme schnell wieder zurück. Wir brauchen dich auf und neben dem Platz.